Vom Goslarer Flughafen zur Bundeswehrkaserne


 

Der Goslarer Fliegerhorst geht auf einen erst 1927 eröffneten zivilen Flughafen zurück, der allerdings für den Luftverkehr in Deutschland nur eine eher geringe Rolle spielte. Später entstanden im Zuge einer umfassenden Neubauplanung in zweijähriger Bauzeit von 1935 bis 1937 auf einem zusammenhängenden Areal von ca. drei Quadratkilometern insgesamt 85 bauliche Anlagen für militärische Zwecke. Am 10.03.1937 konnte die erste Luftwaffeneinheit auf dem neu errichteten Fliegerhorst in Goslar stationiert werden. Im Zweiten Weltkrieges besaß die Anlage eine eher untergeordnete Bedeutung, zumal der Fliegerhorst neben Aufklärungs- nur mit Transport- und Ausbildungsverbänden belegt war. Eine Stationierung von Kampfverbänden war aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Lazarettstadt Goslar nicht möglich. Die Schäden durch Luftangriffe hielten sich daher auch in engen Grenzen. Beim schwersten Bombenangriff am 24.08.44 wurden lediglich eine Flugzeughalle völlig zerstört, ein Unterkunftsgebäude stark beschädigt.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, am 10. April 1945, erfolgte die kampflose Übergabe der Stadt Goslar an die heranrückenden amerikanischen Truppen, die auch den Fliegerhorst besetzten. Von 1946 bis 1958 dienten die baulichen Anlagen des Fliegerhorstes dann als Heereskaserne für britische Truppen, in deren Besatzungszone sich Goslar befand. Auf dem Rollfeld entstand hingegen der Stadtteil Jürgenohl, um Wohnraum für die nach Kriegsende stark gewachsene Goslarer Bevölkerung zu schaffen. Eine Nutzung des Fliegerhorstes als Flugplatz war fortan nicht mehr möglich. Am 28.06.1958 übernahmen schließlich Luftwaffeneinheiten der neu gegründeten Bundeswehr das Areal des Fliegerhorstes. Eine kleinere, unbebaute Fläche im nordwestlichen Bereich wurde 1967 aus dem Standortgelände ausgegliedert und neu bebaut, um einer französischen Fernmeldeeinheit bis zu deren Abzug 1992 als Kasernengelände zu dienen. Die Bundeswehr verfügte nach dieser Ausgliederung noch über eine Fläche von rund 63 Hektar, die sie überwiegend für Ausbildungszwecke nutzte. Das letzte Ausbildungsbataillon der Bundeswehr wurde im Jahr 2009 außer Dienst gestellt. Es verblieb noch ein Nachkommando vor Ort, das den Standort am 30.06.2010 verließ; damit endete gleichzeitig auch die militärische Geschichte des Goslarer Fliegerhorstes.

Ab 2010 bemühte sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben um eine Vermarktung des Gesamtareals für zivile Zwecke. Mit dem Verkauf der größten Teilfläche an die Investorengruppe BLB fand dieser Prozess am 10. Oktober 2016 seinen Abschluss.

Foto: www.goslarer-geschichten.de

 


 

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